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Anmerkung:
Auf der Suche nach der "richtigen" sprich hundegerechten
Erziehung (nicht zu verwechseln mit Ausbildung) bin ich nach zahlreichen
gelesenen Hundebüchern und einigen Diskussionen mit "Fachleuten"
schliesslich auf C.A.R.E gestossen.
Es ist eine sehr einfache und artgerechte Methode, dem Hund
klar zu vermitteln, was ich nicht von ihm wünsche. Sprich, ich kann heute mit
beiden Hunden ohne Leine entspannt durch den Wald laufen, und kann mir sicher
sein, sie von einem davonflitzenden Hasen sicher abrufen zu können.
C.A.R.E
Ohne Worte ?
Das Abbruchsignal
C.A.R.E.
Die Entwicklung in Hundeerziehung und Ausbildung hat gerade in den
letzten Jahren teils recht seltsame Formen angenommen. Noch nie war das
Angebot an Ausbildungsplätzen, Kursen und Hundeschulen grösser – aber,
auch nie zuvor gab es so viele Halter, die zum Teil erhebliche Probleme mit ihren Tieren haben.
Der Zusammenhang wird offensichtlich, hält man sich einmal die Tendenzen
der modernen "Kynologie" vor Augen.
Abgesehen von der immer weiterschreitenden Vermenschlichung unserer
Haustiere, sorgen selbsternannte "Spezialisten" dafür, dass wir das
Verhalten unserer Tiere mehr und mehr psychologisieren und Gedankengänge
in sie hineininterpretieren, die diese sicher so nicht nachvollziehen.
Die Folgen sind, dass wir uns immer mehr von dem natürlichen Verständnis
mit unserem Hund entfernen und durch unser, für ihn un- oder
missverständliches Verhalten, dafür sorgen, dass viele leicht vermeidbare
Probleme auftreten.
Spätestens nach dem dritten Hundebuch, das wir lesen, sind wir so
verwirrt von den proklamierten Ansätzen und Aussagen, dass wir kaum noch
in der Lage sind, den Blick für das Wesentliche zu behalten. Und auch
die meisten Hundeschulen sind uns in der Problembewältigung keine echte
Hilfe, da hier zwar durchaus Teilerfolge erzielt werden, diese jedoch
oft nicht auf das Privatleben übergreifen.
Die Ursache hierfür liegt darin, dass sich praktisch das komplette
bestehende Ausbildungssystem auf die "Behandlung" – besser
Unterdrückung
– von Fehlverhalten spezialisiert hat, was aber nur das Symptom (also
die Auswirkung) des eigentlichen Problem's ist.
Schuld daran, sind zum Einen die Autoren, Ausbilder und Hundeschulen.
Zum anderen, wir selbst, da wir nicht erkennen, dass ein Fehlverhalten
unseres Hundes ja irgendwo seinen Ursprung haben muss – und es doch viel
vernünftiger wäre, die Ursache zu bekämpfen, anstatt permanent Symptome
unterdrücken zu wollen.
C.A.R.E. beschäftigt sich also nicht mit den Auswirkungen, sondern den Ursachen für das
Mensch-Hund- Missverständnis.
Aus diesem Grund ist es auch völlig gleichgültig, ob ihr Hund
überängstlich,
oder aggressiv ist - ob er wildert, stiehlt, zerstört, kläfft, oder einfach
nur schlecht gehorcht.
Es würde uns nichts bringen, eine der aufgezählten Verhaltensweisen
erfolgreich zu unterdrücken, da wir einerseits das Grundproblem nicht
überwunden haben, andererseits unser Hund schnell mit anderem
Fehlverhalten kompensiert, kaum, dass wir das eine vermeintlich im Griff
haben.
Packen wir das Problem also an den Wurzeln.
Tausende von Hundeschulen und "Ausbildern" verdienen Unmengen
von Geld damit, dass sie Hundehaltern zeigen, wie man bestimmte
Fehlverhaltensweisen unterdrückt. Sicherlich hat der ein oder andere
dahingehend schon reiche (leider aber nicht immer bereichernde)
Erfahrungen gemacht.
Das Phänomen besteht nämlich darin, dass diese "Problembewältigung"
in den meisten Fällen nicht lange vorhält.
Innert kürzester Zeit schleichen sich die unerwünschten
Verhaltensweisen wieder ein - da können Sie so viele
Ausbildungsmethoden ausprobieren, wie sie wollen.
Warum? Weil ein Problem als solches nicht nachhaltig "heilbar" ist!
Beispiele gibt es hierfür nahezu endlos. Ob mangelnder Gehorsam, Leinenführigkeit, Jagen, Stehlen, Kläffen,
Ängstlichkeit, Aggressivität, Zerstörungswut etc. pp.
In fast allen Ausbildungs- und Erziehungsmethoden, die für Hunde
empfohlen werden, geht es darum, das jeweils aktuelle Problem zu
lösen.
Dies soll entweder durch teils gewaltsame Unterdrückung, teils aber
auch durch Ablenkung auf andere Verhaltensweisen erreicht werden.
Beide Methoden haben aber Nachteile. Erstens ist es oft so, dass der
Hund in alte Verhaltensweisen zurückfällt sobald man die
entsprechenden Hilfsmittel oder Ablenkungen nicht mehr einsetzt, und
zweitens werden die Probleme meist nur kurzfristig überdeckt.
Wie also kann man der Probleme Herr werden?
Zuerst einmal dadurch, dass man erkennt, woraus Sie resultieren.
Warum gehorcht er nicht? Warum zieht er an der Leine? Warum stiehlt
er? Warum zerbeisst er meine Schuhe etc. pp. ?
Jetzt gibt es "Erziehungsprofis", die sich genau mit diesen Fragen
auseinandersetzen und Ihnen auch die jeweils entsprechende Erklärung
plausibel liefern können. Für jedes Problem die passende Antwort -
und die "passende" Therapie.
Diese Leute geben sich teilweise wirklich Mühe Ihnen zu helfen, haben
viel Fachliteratur gelesen und meinen es auch gut mit Ihnen und Ihrem
Hund. Was hier aber offensichtlich nicht verstanden wurde ist, dass es sich bei
oben genannten Beispielen nicht um Probleme handelt, sondern um
AUSWIRKUNGEN.
Das eigentliche Problem liegt darin, dass der Hund wesensfremd
"(v)erzogen" wurde, was auch kein Wunder ist, nachdem es so viele
irreführende Aussagen bezüglich Hundeerziehung gibt.
Oft geht es dem Hund einfach zu "gut"... wieso sollte sich Hund da
noch durch Gehorsam und Anpassung Mühe geben, akzeptiert zu
werden?
Wie sollte Hund Unarten aufgeben, wenn er nicht wirklich weiss, was
ein Verbot ist?
Wieso sollte Hund auf mich achten, wenn ich als "Rudelführer" nicht
wirklich anerkannt bin?
Wie soll Hund sich sicher fühlen, wenn sogar der vermeintliche
Rudelführer unsicher ist?
Wir müssen also an der Basis beginnen, nicht an der Auswirkung.
"Aber ich kann doch nicht nochmal ganz von vorne anfangen?"
DOCH!!! Und das geht viel schneller und einfacher, als Sie denken.
Wir arbeiten mit der "C.A.R.E." - Methode. "C.A.R.E." steht
für
Clearing And Re- Education, was soviel bedeutet, wie: Bereinigung
und Wiedererziehung.
Vorteil dieses Systems liegt darin, dass wir keine Erziehungsfehler
langwierig (und meist erfolglos) ausbügeln müssen, sondern
wesensorientiert neu anfangen können.
Der Ansatz ist, den Hund zuerst einmal auf die Grundregeln des ihm
eigenen sozialen Rudelverhaltens zurückzuführen, um ihn sodann
produktiv zum Erwünschten hinzuführen.
Der Hund lernt von Grund auf, dass Verbote (welcher Art auch immer)
einzuhalten sind. Und er lernt, dass die Erfüllung von Geboten
(Kommandos) positivste Resonanz bezüglich seiner Integration und
Anerkennung im "Rudel" zur Folge hat.
Vor allem aber wird hier eine immense Führer- und Familienbindung
erreicht, auf Grund derer der Hund sicherer und ausgeglichener auf die
Umwelt reagiert.
Unarten und Fehlverhalten, finden in dieser Methode keinen
Nährboden. Das klingt jetzt sehr theoretisch, ist aber auch für jeden Laien
unter
fachgerechter Anleitung
fallspezifisch recht einfach - und vor allem garantiert erfolgreich
durchzuführen.
C.A.R.E. ist keine Standartmethode, die bei jedem Hund
gleichermassen eingesetzt wird, sondern ein wesensorientiertes System,
welches die ganze Bandbreite individueller Fälle abdeckt.
Wie erwähnt liegt der Ansatz in der Neuorientierung des gesamten
Hund- Mensch- Verhaltens - und nicht in der spezifischen
"Problembewältigung".
Hierzu ist es notwendig, dass wir ab dem Zeitpunkt, zu dem wir mit
C.A.R.E beginnen, uns so verhalten, als hätten wir den Hund den
ersten Tag - und er müsste nun in die Regeln eines neuen Rudels
eingewiesen werden. Wir vergessen alles, was wir mit dem Hund
bereits erlebt haben. Positives wie Negatives.
Das stellt für den Hund überhaupt kein Problem dar, da er aufgrund
seines angeborenen Sozialverhaltens sehr flexibel auf Änderungen
reagiert.
Häufige Ursache für Probleme mit dem Hund ist die partielle Nicht-Anerkennung des Halters als Rudelführer. Das kann sehr viele Gründe
haben: Mangelndes Durchsetzungsvermögen, fehlende Konsequenz,
Vermenschlichung, wesensfremde Haltung, etc. pp. sind nur einige.
Also, fangen wir noch mal ganz von vorne an.
Clearing:
In der ersten Phase, nehmen wir dem Hund alle Selbstverständlichkeiten,
die bis dato sein Leben begleiteten. Angefangen von festen Fütterungs-
und Ausgehzeiten, über Schmuse- und Streicheleinheiten, bis zum
gewohnten Schlafplatz – ALLES wird verändert.
Wir sprechen nicht mehr mit dem Hund (siehe dazu: Ohne Worte) und geben
keinerlei Kommandos. Der Hund muss gewaltlos und konstruktiv gezwungen
werden, sich völlig neu zu orientieren.
Auch massregeln wir jedwedes Fehlverhalten. (Siehe dazu: Das Abbruchkommando)
Diese Phase ist 5 - 10 Tage durchzuexerzieren – je nachdem wie
verfestigt das Fehlverhalten vorab war, bzw. wie lange sich ihr Hund in
dieser Zeit "stur" zeigt.
Sie werden aber danach ihren Hund nicht wiedererkennen, da er jetzt
zum ersten mal richtig Hund ist. Die Bindung an Führer und Familie lässt
sich nicht mit der Vorherigen vergleichen. Ihr Hund wird zum Mitglied
der Ordnung mit eigenem fest umrissenem Rang. Durch den erhöhten
Integrationswillen und die verstärkte Anerkennung als Führungspersönlichkeit,
haben wir jetzt die Grundlagen für eine vernünftige und freudig geleistete
Ausbildung geschaffen.
Re- Education.
Nach Abschluss des Clearings, wird mit der Gehorsamserziehung neu
begonnen. (hierbei kann man u.U. die bereits erlernten Kommandos
umbenennen).
Das Wort "Lob" für erbrachtes Wohlverhalten gewinnt hier neue
Dimensionen. Wir brauchen weder Futter, noch sonstwelche
Belohnungen für unseren Hund, da die Anerkennung, Akzeptanz und
Förderung, die ich ihm für die erbrachten Leistungen durch das Lob
erweise, genau den Mangel erfüllt, der durch das Clearing erreicht
wurde.
Der erreichte Gehorsam Ihres Hundes resultiert aus dem Bedürfnis
Lob, Integration und Anerkennung zu erfahren, und wird freudiger denn
je geleistet.
Das Unterlassen von Fehlverhalten resultiert aus der erwarteten
Zurechtweisung für ebendieses.
DESWEGEN GANZ WICHTIG:
Wir müssen zwei Erziehungsteile drastisch trennen.
1. Die Basiserziehung, in der der Hund lernt, was er nicht darf (hier wird mit verhältnismässiger
"Strafe" gearbeitet).
2. Die Ausbildung, in der er lernt, bestimmtes Verhalten auf Aufforderung zu zeigen (hier fördern
wir ausschliesslich)
3. Das einzige einschränkende Kommando, ist das Abbruchkommando. Wir arbeiten nicht mit
Strafkommandos, wie "Platz" oder
ähnlichem, da wir diese Kommandos sonst negativ behaften würden.
Das internationale Interesse an dieser Methode (speziell auch aus
Fachkreisen) spricht ebenso dafür, wie die Erfahrungen von Laien, die
hierdurch recht schnell eine vernünftige, produktive und langfristig für
beide Seiten positive Lösung im Zusammenleben von Mensch und
Hund gefunden haben.
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Ohne Worte?
Wenn man einmal mehrere Hundeplätze und Hundeschulen besucht, wird einem
erst einmal so richtig auffällig, wie ausgiebig dort alles auf verbale
Kommunikation ausgelegt ist, was wiederum zu der Frage treibt, warum?
Da es rudelintern kaum verbale Kommunikation gibt, stellt sich hier doch
die Sinnfrage – und die Frage der Notwendigkeit.
Die eingeschränkte Richtigkeit der Übertragung wölfischen, auf
hündisches Verhalten einmal ganz ausser Acht gelassen, versuche ich einmal zu erklären, weshalb wir
zu viel mit unseren Hunden reden.
Die einzigen Lautäusserungen, die rudelintern ablaufen, betreffen das
Knurren, welches eine einschränkende Warnung bedeutet, das kläffende
Spiel–Auffordern, den gejaulten Schmerz (bzw. dessen Vorankündigung),
das "Verbellen" unliebsamer oder vermeintlich gefahrbringender
Gegebenheiten und das "howling" (heulen) zum Zusammenruf des Rudels.
Jedwede andere Verständigung innerhalb eines Wolfs- und/oder Hunderudels
läuft nonverbal ab.
Macht ein Rudelmitglied beispielsweise eine vermeintlich jagdbare Beute
aus, so orientiert es sich zunächst am Rudelführer, und beachtet dessen
Körpersprache. Dreht dieser desinteressiert ab, so hat sich die Sache
erledigt. Zeigt er jedoch Spannung und nachhaltig erregte Beachtung des
Erblickten, so wird dies als Jagdaufforderung angesehen, was
entsprechende Verfolgung (Einkreisung, Wegabschneidung) zur Folge hat.
Der Leitwolf äussert sich nicht stimmlich.
Es gibt also im Verbalverständnis des Caniden keine Kommandos für die
gewollte Erledigung bestimmter Aufgaben. Warum also, sind wir in Erziehung
und Ausbildung so versteift auf Worte?
Letztlich nur, weil wir gewohnt sind, mehr auf dieselben zu achten, denn
auf Körpersprache.
Wir glauben an Worte, weil wir verlernt haben, Gestik und Mimik richtig
zu deuten. Die Psychologie indes, hat in ihrem Streben nach Erkennung,
die Aussagekraft der Gestik und Mimik immer sehr hoch eingeschätzt.
Die Körpersprache ist die wohl älteste, ehrlichste und sicherste Art der
Kommunikation, die wir kennen – und doch legen wir viel zu wenig Wert
darauf.
Der Hund kann sicher nicht so detailgetreu sehen, wie wir Menschen –
doch kann er geringste Bewegungen auf eine sehr grosse Entfernung
ausmachen, was uns wiederum zeigt, dass dies für ihn ursprünglich wichtig
ist, da sonst diese Fähigkeit nicht vorhanden wäre.
Warum also versuchen wir, dem Hund eine Sprache aufzudrängen, die er
kaum verstehen kann – warum "reden" wir, wenn wir viel einfacher
"zeigen" können?
Die Tatsache, dass wir extrem verbal orientiert sind, führt zu
immerwährenden Missverständnissen im Hund-Mensch-Verhalten.
Wir kombinieren sprachliche Äusserung mit Verstehen – der Hund aber
nicht. "Ich hab´s ihm doch gesagt, dass er ... machen soll"...
Entfernen wir uns jetzt einmal von aller stimmlicher Einflussnahme, so
stellen wir in kürzester Zeit fest, dass wir dadurch mehr Verständnis,
gesteigerte Lernbereitschaft und viel mehr visuelle Orientierung seitens
unseres Hundes erreichen.
Und das ist im Endeffekt genau das, was wir wollen. Sieht unser Hund
z.B. vermeintlich jagdbares Wild, so soll er sich an uns orientieren, ob
es erwünscht ist, die Verfolgung aufzunehmen. Geben wir kein
unterstützendes Körpersignal, bzw. ein abwiegelndes Körpersignal, so ist
dieses Wild nicht jagdbar. Ergo wird es uninteressant.
Dass dies in Konsequenz erst dann funktioniert, wenn wir der verständigen
Körpersprache mächtig sind und unser Hund uns als "Leitenden"
anerkannt
hat, versteht sich von selbst.
Allerdings ist es gar nicht so schwierig, einen Hund auf Gestik
einzulernen – im Gegenteil – es ist einfacher, als Verbalkommandos zu
lehren, da es für den Hund verständlicher ist.
Das einzig wirklich wichtige, hörbare Kommando, sollte das sein, welches
ihn zur visuellen Aufmerksamkeit zum Führer leitet.
Auch das "Hey", welches ich als "Abbruchkommando" tituliere,
ist nichts
anderes, als der Hinweis: "Höre auf, mit dem, was Du tust - und achte
auf mich".
Ob wir jetzt einen Pfiff, oder ein Händeklatschen als Aufmerksamkeitserregung
verwenden, ist gleichgültig – wichtig ist, dass wir jedwede Lautäusserung
nur
im Extremfall anwenden – nämlich dann, wenn unser Hund anderweitig extrem
interessiert, bzw. körperlich abgewandt ist ansonsten gehen wir einfach einmal
davon aus, dass er uns bemerkt, was zur Folge hat, dass er vermehrt auf uns
achtet,
da er sonst zuviel verpasst.
Schränken wir unsere verbalen Kommandos auf "Null" ein, so erreichen
wir
Folgendes:
Der Hund, der gewohnt ist, dass er permanent verbal kontrolliert und
berichtigt wird, ist plötzlich alleine gelassen, da keine "Befehle"
mehr
kommen. Folglich erreicht man eine gewisse Verwirrung, die sich darin
äussert, dass er sich "rückversichert". Dies kann aber wölfisch/hündisch
nur visuell erfolgen, weshalb er nach uns schaut.
Hier haben wir dann die Möglichkeit der stärksten Einflussnahme. Entweder
durch Ignorieren/ Abschwächen – oder durch Unterstützen.
Wir wollen erreichen, dass nicht wir auf den Hund achten müssen, sondern
der Hund auf uns. Also müssen wir lernen, loszulassen, anstatt zwanghaft binden
zu wollen.
Das ganze ist selbst für einen Laien recht einfach umzusetzen, indem man
sich z.B. ein einwöchiges "Schweigegelübde" auferlegt und während
dieser
Zeit auch nur in Einzelfällen Blickkontakt zum Hund sucht.
Geeignete gestikuläre Zeichen kann ich leider nicht gut schriftlich
beschreiben – jedoch hat sich in meiner Erfahrung der erhobene
Zeigefinger als "Sitz"-Kommando, die nach unten weisende Hand, als "Platz"-Kommando, die ausgestreckte Hand, als "Steh"-Kommando
erfolgreich erwiesen. Das Herankommen ist indes eine sehr positive
Aufforderung, weshalb hier eine "runde", nonaggressive, heranwinkende
Arm-Bewegung, sich als Bestens erwiesen hat.
Probieren Sie es einfach mal aus, ohne Stimme mit Ihrem Hund zu
kommunizieren und Sie werden feststellen, dass sich dessen
Verhaltensweisen innert kurzer Zeit zum Positiven verändern – ganz
einfach, weil er vermehrt auf Sie achtet, Sie besser versteht und nicht
unter missverständlichen Druck gerät.
Zur Erregung seiner Aufmerksamkeit, sollte auch nur ein neutraler Laut –
nicht aber ein Wort dienen.
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Das Abbruchsignal
Ein häufiges Problem mit unseren Hunden ergibt sich daraus, dass er
unsere Verbote nicht ernstnimmt, bzw. nicht versteht.
Das liegt zumeist daran, dass er nie die Konsequenz eines Verbotes
gelehrt wurde, oder daran, dass wir ihm nie eindeutig zeigten, was ein
Verbot überhaupt ist.
Die meisten Ausbilder arbeiten hier mit diversen Strafkommandos, wie
"Platz", was aber erstens unverständlich und zweitens unsinnig ist.
Legt ein Hund ein Fehlverhalten zutage, so will ich einzig, dass er mit
der unerwünschten Aktion aufhört -–nicht aber zwingend, dass er dafür
etwas anderes tut.
Hetzt ein Hund vermeintlicher Beute nach, so möchte ich, dass er dies
unterlässt. Ich möchte nicht, dass er sich hinlegt – warum auch? Ich
möchte lediglich, dass er aufhört, zu hetzen.
Also müssen wir ihm lehren, was ein Verbot bedeutet.
Das geht am Besten, indem wir ihn zu Fehlverhalten provozieren, welches
wir dann gezielt einschränken können.
Wir fangen grundsätzlich klein an und steigern dann die Reize, um ihm
klarzumachen, dass ein Verbot absolute Endkonsequenz in jedem Bereich
hat.
Das grundsätzliche Verbot heisst NEIN. Dies wird ruhig und klar
ausgesprochen.
Sollte unser Hund darauf (teils erwartungsgemäss) keine entsprechende
Reaktion zeigen, so folgt unsererseits ein hochaggressiver
"Scheinangriff" mit einem geschrienen "Hey".
Da unser Hund langsam gesteigerte Aggressionen nicht wertet, müssen wir
mit diesen beiden Extremen arbeiten, da er sonst keine Verknüpfung
zwischen Warnung und Konsequenz herstellen kann.
Hat man diese Übung ein paar Mal vollzogen, stellt sich heraus, dass der
Hund schon beim "NEIN entsprechend meidend reagiert.
Um jetzt die Endkonsequenz des Abbruchsignals, z.B. bezüglich des
Jagens zu erreichen, müssen wir die Reize zum Fehlverhalten natürlich
entsprechend steigern und wie oben vorgehen.
© by be-inwolved-project
Bei Interesse gebe ich Ihnen gern nähere
Erklärungen:
info@rhodesian-ridgeback.ch
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